Pfad: /Home /Grundlagen/

Der Generationskonflikt

Oft liest man Berichte oder Beiträge über:

Wildfänge
F1 oder F2-Generation und so weiter und
Seenachzuchten

...doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Kreuzungen und Zuchtformen sind auch so Wörter, die man deutlich unterscheiden muss!
Was heisst eigentlich heterozygot und
homozygot ?

Fangen wir mit den Wildfängen an:

Diese sind Exemplare, die dem natürlichen Lebensraum entnommen werden. Es tauchen immer wieder Diskussionen auf, bei denen der Handel mit dieser Generation aufs heftigste kritisiert wird. Mein persönlicher Standpunk ist der:
solange es der Wildbestand ohne gravierende Gefährdung Dessen zulässt, kann man gut und gerne ohne schlechten Gewissens darauf zurückgreifen!

Die "F-Generation" kennzeichnet die Nachzucht-Folge in menschlicher Obhut. Die Eltern-Generationen bekamen den Buchstaben "P" zugewiesen:
P = Parental (Eltern) Generation
F = Filial-Generation


Nach dem erfolgreichen Verpaaren von Wildfängen steht die so genannte F1-Generation oder auch Wildfangnachzucht, die weiteren Nachkommen dieser F1 Generation werden als F2 bezeichnet und so weiter.
Der Guppy in der heutigen Zeit dürfte wohl Generation F100000 sein oder weiter?!.
Wildfangnachzuchten (WFNZ oder auch F1) stellen die wohl beste Population in der Aquarienhaltung dar, da sie dem Ursprung am nächsten steht und in Form, Farbe und Verhalten dem Wildfang nicht sehr weit abweicht.
WFNZ´ten sind meist stabiler gegenüber Wasser-Wert-Schwankungen, Ernährung und so weiter als deren Eltern. Da jedoch das Ursprungsbiotop die Eltern-Tiere geschaffen hat, unterliegt jede F-Generation einer zwangsweisen (auch körperlichen) Veränderung, da das Biotop mit der dazugehörigen nötigen Anpassung für diese F-Generation nicht mehr vorhanden ist!

See-Nachzuchten:

Aus dem Bereich der ostafrikanischen Grabenseen gibt es so genannte See-Nachzuchten. Diese stellen Fische dar, welche dem natürlich angestammten Biotop (Malawisee) entnommen sind und in künstlich angelegten Seen rund um das "Ursprungsgewässer" vermehrt werden.
Hier dient als Paradebeispiel die Frau von Pierre Briccard, einer DER Exporteure vom ost-afrikanischen Tanganjika-See, die Malawisee-Buntbarsche nach Burundi ordert um sie dort in angelegten Seen nachzuziehen.
Am Malawisee dagegen gibt es keine künstlich angelegten Seen (nach meinen Anfragen): hier werden Jungfische, die von den gefangenen brütenden Müttern nicht gehalten werden, in Betonbecken aufgezogen.

Eine Kreuzung bezeichnet Populationen, die aus mehreren verschiedenen Gattungen entstehen. Diese Generationen sind
heterozygot = Mischerbig.

Oft werden diese Gattungs-fremden Fische von Züchtern gezielt verpaart, um bestimmte Farbmuster oder andere Eigenschaften zu kreieren.
Einige engagierte Aquarianer lehnen die Haltung solcher Fische grundsätzlich ab, vergessen jedoch, dass die Artenvielfalt unserer Fische zwangsweise durch Kreuzungen ihren Ursprung fand und in abertausenden Jahren der Evolution ihre Entwicklung nahmen und sich an verschiedenen Biotopen und Lebensräumen weiter anpassen musste.
Die Nachkommen von Kreuzungen sind ab dem 2ten Gelege der Weibchen laut der mendelschen Vererbungslehre zu 2 Dritteln dem väterlichen Part ähnlich, dagegen etwa 1 Drittel dem Weiblichen. Die erste Nachzucht juveniler Weibchen etwa 1 Drittel der männlichen und 2 Drittel der Weiblichen Gestalt. Zuchtformen dagegen sind Lebewesen, die durch innerartliche Selektion weiter gezüchtet wurden, um meist schönere Grundfarben der Fische zu bekommen oder besondere Eigenschaften zu verstärken. Die Nachkommen sind laut dem Mendelschen Gesetz reinerbig, also die Nachkommen sind alle mehr oder weniger gleich gefärbt.

Zuchtformen

Zuchtformen sind Fische, die durch Auslese und Verpaarung innerhalb derselben Gattung und derselben Eltern auf ganz bestimmte Eigenschaften hin "veredelt" wurden. Diese Nachkommen sind
homozygot = Rein-Erbig.

Nehmen wir die Original-Art "Aulonocara jakobfreibergii":
Dieser Fisch trägt die Grundfarben blau mit weißem schmalen Flossensaum und ein wenig rot in der Schulterregion.
Hier wurden durch Auslese die Merkmale weißer Flossensaum, rote Schultern usw. dahingehend verstärkt, sodass man nun einen Fisch hat, der fast ganz orage-rot mit annähernd komplett weißer Rückenflosse ist.
Es gibt viele weitere dieser Zuchtformen, hier sei hilfsweise auch der "Sciaenochromis fryeri iceberg" genannt, der leider den falschen Namen "Ahli" bekam...

Hotel Bayern

Seitenanfang